Dr. Karin Schiner - Psychotherapeutische Praxis
DEit

Traumata PTBS und transgenerationales Trauma

Ein Trauma (griech. trauma = „Wunde“) bezeichnet eine seelische Verletzung, die durch ein oder mehrere extrem belastende Ereignisse entsteht. Es kann sich somit um eine einmalige und plötzliche Erfahrung, wie z. b. Unfall, Verlust und Trennung, Umweltkatastrophen usw. oder um sich wiederholende anhaltende traumatische Erfahrungen, wie z.B. Missbrauch oder Misshandlung, Vernachlässigung, in der Kindheit, Krankheiten usw. handeln. Auch die bloße Zeugenschaft eines solchen Ereignisses kann auf die beobachtende Person traumatisierend wirken. Ein Trauma überfordert die natürlichen Bewältigungsstrategien und hinterlässt tiefe Spuren im Denken, Fühlen und Handeln. Eine normale Verarbeitung ist nicht mehr möglich.

Das wichtigste Symptom ist ein sich emotional intensives Wiedererinnern, teils auch unbewusst mit sogenannten Triggern, welches manchmal sehr plötzlich auftreten kann und sich so anfühlen kann, als befinde man sich tatsächlich wieder in der traumatischen Situation (Flashbacks, Alpträume). Nicht immer jedoch sind die Symptome klar ersichtlich. Sie können sich auch unterschwellig in Form von Daueranspannung und Übererregung, hoher Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, psychosomatischer Beschwerden, übertriebenen Ängsten, emotionaler Abstumpfung und Gleichgültigkeit bemerkbar machen.
Manchmal treten die oben beschriebenen Symptome erst Monate oder sogar Jahre nach einem traumatischen Ereignis auf. Man spricht dann von einer posttraumatische Belastungsstörung als Folgeerkrankung.

Ein transgenerationales Traumata ist die unbewusste Weitergabe belastender und unverarbeiteter Erfahrungen mit deren Folgen und Symptomen von einer Generation an die nächste – also die Weitergabe seelischer Wunden. Nachkommen können somit unter Angstzuständen, Depressionen, Schuldgefühlen oder anderen Symptomen leiden, ohne das traumatische Ereignis selbst miterlebt zu haben und mitunter auch nichts davon zu wissen (Familiengeheimnisse). Die Weitergabe geschieht auf verschiedenen Wegen, z.B. durch unbewusstes Verhalten der Eltern und das kreieren einer dementsprechenden emotionalen Atmosphäre, Familiengeheimnisse oder auch auf biologischer Ebene durch epigenetischer Veränderung.

Moderne Psychotherapie kann helfen, den Zugang zu Erinnerungen zu schaffen und sie so zu verarbeiten, dass sie nicht mehr schmerzen. Auch hier haben sich die immaginations- und körperorientierten Methoden wie EMDR, Brainspotting und Ressourcenarbeit kombiniert mit Gesprächstherapie zur Stabilisierung und dauerhaften Verarbeitung als sehr wirkungsvoll erwiesen.